Vatikanischer Islamexperte: ISIS kann sich auf den Koran berufen

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Der Islam müsse ‚neu gedacht’ werden. Das bedeute in erster Linie eine Trennung von Religion und Politik, schreibt Samir Khalil Samir.

Rom (kath.net/AsiaNews/jg)

Die Behauptung, ISIS sei nicht aus dem Islam entstanden und nicht vom Islam inspiriert, sei „kategorisch falsch“. Der „Islamische Staat im Irak und in Syrien“ könne sich auf die authentischsten Quellen des Islam berufen, auf den Koran und die überlieferten Worte und Taten seines Propheten Mohammed. Davon ist der Islamexperte P. Samir Khalil Samir SJ, Professor am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom, überzeugt.

Er wolle damit nicht sagen, dass der Koran nur von Gewalt spreche, doch enthalte er beides – Gewalt und Gewaltlosigkeit – schränkt P. Samir ein. Im Leben Mohammeds seien historisch in zwei Phasen zu unterscheiden. Die erste von 610 bis 622 in seiner Heimat Mekka. In diesen Jahren habe er die Koexistenz mit den Christen gesucht und sich sogar positiv über sie geäußert. Die zweite Phase, die von 622 bis zu seinem Tod 632 anzusetzen sei, sei von der Eroberung anderer Stämme dominiert, schreibt P. Samir in einem Artikel für die Asia News.

Das „islamische Projekt“ sei daher von Beginn an global, spirituell und religiös auf einen Gott ausgerichtet gewesen. Dieser Gott bestimme nicht nur das Leben des Einzelnen, sondern auch die politische Sphäre. Ziel sei die Errichtung der „Umma“, des muslimischen Reiches. Diese sei ein wirtschaftliches, kulturelles und politisches Projekt, das von den Speisen über die Kleidung bis zu den zwischenmenschlichen Beziehungen alles bestimme, betont der Islamexperte.

Ein wesentlicher Punkt sei noch hinzuzufügen, fährt er fort. Um die Widersprüche innerhalb des Korans bewältigen zu können, hätte sich das Prinzip durchgesetzt, dass die jüngeren Verse die älteren aufheben. Letztere seien häufig die kriegerischen gewesen, schreibt P. Samir.

ISIS halte sich an diese Prinzipien. Wie jeder Moslem suche sich die Organisation die Koranverse, die ihrem Anliegen am besten entsprechen würden. Alles was ISIS tue, habe seine Quellen entweder im Koran oder in den überlieferten Aussagen und Taten des Propheten Mohammed. 

In jedem Land entscheide ein Imam, eine Experte des islamischen Rechts, darüber, was Recht und Unrecht sei. Auch ISIS habe einen Rechtsgelehrten, der entscheide, was rechtmäßig sei. Islamische Gelehrte könnten gegensätzliche Positionen für richtig erklären und sich dabei auf die Rechtsquellen berufen. Im Koran seien häufig gegensätzliche Positionen zu finden. Die Terroristen seien wie alle, die der Ideologie des Dschihad folgten, davon überzeugt, einen guten Kampf zu kämpfen. 

Die Mehrheit der Imame und der Muslime seien überzeugt, die Worte des Koran seien vollkommensten Worte überhaupt. Auch wenn es Menschen gebe, welche die Quellen des Islam reflektieren und Fragen stellen würden, sei das kritische Denken nicht kulturell verankert. Selbst diejenigen Imame, die ISIS verurteilen, würden das selten öffentlich tun, weil sie leicht mit Versen aus dem Koran widerlegt werden könnten, sagt P. Samir.

Den Kern des Problems sieht der Islamexperte in einer bestimmten Interpretation des Koran beziehungsweise des Islam insgesamt. Diese gehe auf einen Imam zurückgehe, der im 18. Jahrhundert gelebt habe, auf Muhammad ibn Abd al-Wahhab. Dessen Schule, der sogenannte Wahhabismus, habe sich in vielen islamischen Ländern durchgesetzt, etwa Saudi Arabien und Katar. Das Königreich Saudi Arabien etwa verzichte auf eine eigene Verfassung, weil seine Verfassung die islamische Scharia sei. Auch hier bestimme ein Imam, welche Strafe für Diebstahl, Ehebruch oder Glaubensabfall angemessen sei.

Jeder Text müsse in seinem Kontext verstanden werden, schreibt Samir. Im Fall des Koran sei dies das Arabien des siebenten Jahrhunderts. Mohammed sei sowohl ein geistiger als auch politischer Anführer gewesen. Er habe nicht nur das spirituelle sondern auch das tägliche Leben einer Gesellschaft geordnet, in der Gewalt ein akzeptables Mittel zur Problemlösung war. 

Eine Lösung kann nach Ansicht P. Samirs nur darin bestehen, den moslemischen Glauben ganz neu zu denken. Die Ansätze dazu seien vorhanden, sagt er. Viele Intellektuelle hätten dies getan, auch in der islamischen Welt. Ägyptens Präsident al-Sisi habe bei einer Rede vor den Imamen der Azhar-Universität in Kairo eine „Islamische Revolution innerhalb des Islam“ verlangt. Diese müsse die ganze Religion und ihre Normen betreffen. Im Dezember 2014 sei diese Aussage mit viel Applaus bedacht worden. Zweieinhalb Jahre später sei allerdings nichts geschehen, kritisiert Samir.

Der Ansatz Christi scheine ihm der menschlichste und gleichzeitig der göttlichste zu sein. Der Islamexperte zitiert das Beispiel der Ehebrecherin, die nach mosaischem Gesetz gesteinigt werden sollte. Jesus lehnt das Gesetz nicht ab, doch fordert er diejenigen, die sich darauf berufen, auf, den Stein nur dann zu werfen, wenn sie selbst ohne Sünde seien. Als sich niemand findet, sagt Jesus, dass auch er sie nicht verurteile. Das sei ein Vorbild für einen neuen Zugang zu Religion und göttlichem wie weltlichem Gesetz. Für den Islam bedeute das in erster Linie eine Trennung von Politik und Religion. Den wahren Säkularismus, schreibt P. Sami abschließend, habe nicht die französische Revolution gebracht, sondern Jesus Christus, mit den Worten: „Gebt dem Kaiser was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört.“

Der islamisierende Bundespräsident

In diesen Minuten besucht unser kleines Dorf, bzw. Nachbardorf, der Herr Bundespräsident Steinmeier. Nicht weit entfernt von dem Ort, an dem früher – 1905 – Kaiser Wilhelm die weltweit zweitgrößte Funkanlage (Norddeich-Radio) bauen ließ, die man dann im Zuge der Privatisierung in den 90ern zerstörte. Heute ragt noch ein geretteter Mast der Empfangsstelle in den Himmel. 
Ein seit Jahrzehnten hier lebender gebürtiger nordafrikanischer, inzwischen pensionierter, islamischer Lufthansapilot hat ihn gerettet. Er versteht nicht, warum die Deutschen ihre Geschichte so wegtrampeln. Mustafa ist seit Jahrzehnten engagiert. 

Mustafa ist das, was man einen seit Jahrzehnten voll integrierten, ehrenamtlich vielseitig aktiven Mann nennt. Er ist wahrer Ostfriese geworden. Und er unterhält, gegen alle Widerstände durch bestimmte politische Kräfte, bisher kostenlos sein kleines, feines und viel besuchtes Museum zum Thema Norddeich-Radio, Rettung von Leben auf hoher See, Technik in Utlandshörn. Obwohl man ihn ständig rausmobben will. Sein Verein klagt gerade, bald ist der Gerichtstermin.

Warum erzähl ich das hier. Weil Steinmeier das Gebäude besucht. Seit 2015 hat man hier im bisher weitgehend leerstehenden Gebäude Einwanderer untergebracht. Zwar zum Teil mit Mehrfachidentitäten und auch solche, die oft über Nacht verschwanden, aber es wohnen eine Handvoll Menschen im Haus. 

Mustafa aber hat man nach Hause geschickt. 

Auch die anderen Vereinsmitglieder. 

Steinmeier will oder soll ihn nicht ansprechen. 

Der Landkreis will das Museum rausmobben, obwohl es zur tatsächlichen Integration der Einwanderer beitragen könnte. Mustafa spricht fließend arabisch. Und die anderen Vereinsmitglieder haben bereits 2014/2015 angeboten, sich um hausinterne Integhration zu bemühen. Aber weder Landkreis noch Parteien wollen das. Auch nicht die Volkshochschule. Obwohl nur etwa 6 Leute da wohnen. Der angebliche Kindergarten wird noch immer gesucht – es käme eh kein Kind. 

Und der übrige Investionsbetrag in Millionenhöhe ist längst verbraten für Computer. 

Steinmeier kommt also gerade, doch weder der Ortsvorsteher ist eingeladen noch wir Anwohner der näheren Umgebung. Wir sollen auch nicht an der Integration beteiligt werden. Weder Sprachkurse noch Gespräche über hier übliche Umgangsformen, nichts. Das macht ein sektenählicher Kreis. Auch die evangelische Landeskirche hat Geld investiert. Aber Kontakte zwischen Bevölkerung und den oft oder meist jungen männlichen Einwanderern sind entweder nicht erwünscht oder schlicht unmöglich.

Warum karrt man also mehrere Busladungen nicht hier lebender zusätzlicher Flüchtlinge an? Um Steinmeier was vorzuführen? Es kann nur um Geld gehen. Grauenvolle Überlegungen stelle ich an. Der deutsche Bundespräsident ist im übrigen nicht für seine deutschen Landsleute da. Der Sozialdemokrat will ja nicht mal den sozialdemokratischen Ortsvorsteher und Vorsitzenden des Dörpfvereins sehen. Man sollte die Hansels alle nicht mehr wählen. (8. Juni 2017, 15.23 Uhr). Tschüss Herr Steinmeier. Ich hab Sie nicht gewählt. Das war die Bundesversammlung. Klar.

Satanische Verse

Im übrigen ist der Islam weder mit dem GG noch mit dem StGB vereinbar. Warum`? Darum:

Koran, Sure 8 Vers 40: „Bekämpft sie, bis alle Versuchung aufhört und die Religion allgemein verbreitet ist.“ 

= Verstoß gegen Art. 4 GG und §166 StGB

Koran, Sure 8 Vers 55 (Übersetzung nach Muhammad Rassoul): „Als die schlimmsten Tiere gelten bei Allah diejenigen, die ungläubig sind und nicht glauben werden.“ 

= Verstoß gegen Art. 4 GG und §166 StGB

Koran, Sure 98, Vers 6: „Siehe die Ungläubigen vom Volk der Schrift (Juden und Christen): sie sind die schlechtesten der Geschöpfe.“ 

= Verstoß gegen Art. 4 GG und §166 StGB

Koran, Sure 9 Vers 5 (Übersetzung nach R. Paret) „Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Ungläubigen, wo ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf ! (Ungläubige = Andersgläubige, Nichtgläubige, alle Nichtmuslime) 

= Verstoß gegen § 259 StGB “Aufruf zur Gewalt” 

Koran, Sure 4 Vers 34 (Übersetzung nach Rudi Paret): „Die Männer stehen über den Frauen, und wenn ihr fürchtet, dass Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie.“  

= Verstoß gegen Art. 3 GG , Gleichheit vor dem Gesetz

Koran, Sure 6 Vers 2 (Übersetzung nach R. Paret): „Allah hat für euch angeordnet, ihr sollt eure Eide annullieren.“ 

Koran, Sure 66 Vers 2 (Übersetzung nach Muhammad Ahmed Rassoul) „Wahrlich, Allah hat für euch eine Lösung eurer Eide angeordnet.“  

= Verstoß gegen: 

§ 153 StGB Falsche uneidliche Aussage  

§ 154 (1) StGB Meineid  

§ 155 (1+2) StGB Eidesgleiche Bekräftigungen 

§ 156 StGB Falsche Versicherung an Eides Statt 

Koran, Sure 47 Vers 8 (Übersetzung nach Paret): „Diejenigen aber, die ungläubig sind, – nieder mit ihnen!“ 

Koran, Sure 47 Vers 8 (Übersetzung nach Muhammad Ahmed Rassoul) „Die aber ungläubig sind – nieder mit ihnen! 

= Verstoß gegen: 

Art. 4 GG Abs. (1) und (2) – Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit 

Art. 2 GG – Persönliche Freiheitsrechte

§ 259 StGB Aufruf zur Gewalt

§ 11 (3) StGB Schriften die zu Straftaten aufrufen

§ 111 StGB Aufruf zur Gewalt
Sure 9 Vers 123 – „O die ihr glaubt, kämpfet wider jene der Ungläubigen, die euch benachbart sind, und laßt sie in euch Härte finden; und wisset, daß Allah mit den Gottesfürchtigen ist.“

Sure 47 Vers 4 – „Und wenn ihr auf diejenigen trefft, die den Glauben verweigert haben, so gilt das Schlagen der Genicke, bis, wenn ihr sie niedergekämpft habt, ihr dann die Fessel fest macht.“ 
= Verstoß gegen:

Art. 4 (1) GG

§ 259 StGB “Aufruf zur Gewalt” 

§ 11 (3) StGB Schriften die zu Straftaten aufrufen

§ 26 StGB Anstifter zu einer rechtswidrigen Tat

§ 111 StGB Aufruf zur Gewalt

Beachten Sie diese mutigen Menschen, die beleidigt, diffamiert, bedroht und tätlich angegriffen werden, viele von ihnen können ohne Personenschutz nicht einmal mehr das Haus verlassen:
Hamed Abdel-Samad Ägypten, 

Imad Karim Libanon, 

Ayaan Hirsi Ali Somalia, 

Necla Kelek Türkei, 

Sabatina James Pakistan, 

Abdelwahab Meddeb Tunesien, 

Faradsch Fauda Ägypten, 

Bassam Tibi Syrien, 

Mustafa Akyol Türkei, 

Seyran Ateş Türkei, 

Nadine al-Budair Saudi-Arabien, 

Abdel-Hakim Ourghi Algerien, 

Laleh Wali Iran, 

Boualem Sansal Algerien, 

Leyla Bilge Irak, 

Akif Pirinçci 

Türkei etc. etc.

Die Todessuren

Birte Broder-Fries schreibt am Pfingstmontag 2017 in FB:
„Frau Lamya Kaddor, es ist Ihnen wichtig, gegen den Terror aufzustehen?

Sie sind weit davon entfernt, wenn Sie bei jedem – aus dem Islam geborenen Terroranschlag – das Weichspülprogramm anwerfen, um den stinkenden Verwesungsgeruch zu übertönen!

1. „Muslime sind keine Muslime“ – 1 ist ungleich 1 – Ihre Logik hakt!

2. Ihr 2. Absatz macht es auch nicht besser – ja sogar schlimmer – denn:

    ANHAND WELCHER QUELLEN

 wollen Sie den Terroristen erklären, dass sie „unislamisch“ handeln, wenn Sie selbst (so schätze ich Sie ein) es vorziehen, über Gewaltpassagen des Koran süffisant hinwegzulächeln?

Hier, noch einmal für Sie zum lesen, ein KLEINER Ausschnitt (NUR aus dem Koran!):

Beispiele dafür, dass Selbsmord als Märtyrertum! oder Mord an „Ungläubigen“ (Nichtmuslimen) im Koran nicht verboten, sonder sogar ausdrücklich erwünscht sind:

Sure 5:33

http://corpuscoranicum.de/index/index/sure/5/vers/33

Hier, in Sure 8:17, kann die Verantwortung fein abgeschoben werden……erlaubtes Töten….!

http://corpuscoranicum.de/index/index/sure/8/vers/17

Wenn das mal kein Mordaufruf ist:

http://corpuscoranicum.de/index/index/sure/8/vers/12

Und hier geht es richtung Märtyrerkult:

Sure 2:157

http://corpuscoranicum.de/index/index/sure/2/vers/154

Und richtung Dschihadkult:

http://corpuscoranicum.de/index/index/sure/2/vers/216

und hier:

http://corpuscoranicum.de/index/index/sure/4/vers/74

http://corpuscoranicum.de/index/index/sure/4/vers/76

Ebenso Sure 4:77:

„Hast du nicht jene gesehen, zu denen man (anfänglich) sagte: Haltet eure Hände (vom Kampf) zurück und verrichtet das Gebet und gebt die Almosensteuer ? Als ihnen dann (später) vorgeschrieben wurde, zu kämpfen, fürchtete auf einmal ein Teil von ihnen die Menschen, wie man Gott fürchtet, oder (gar) noch mehr. Und sie sagten: Herr! Warum hast du uns vorgeschrieben, zu kämpfen? Würdest du uns doch (wenigstens) für eine kurze Frist Aufschub gewähren! Sag: Die Nutznießung des Diesseits ist kurz bemessen. Und das Jenseits ist für die, die gottesfürchtig sind, besser. Und euch wird (dereinst bei der Abrechnung) nicht ein Fädchen Unrecht getan.“

http://corpuscoranicum.de/index/index/sure/4/vers/77 

Gehen Sie darauf ein, oder jammern Sie irgendwo, wo man Sie nicht hört!“

„Katholisch ist Wahrheit“ über Kreuzzüge

Es ist Zeit zu sagen: Jetzt reicht’sDie Wahrheit über die Kreuzzüge

Robert Spencer über die Folgen der historischen Irrtümer.

15. April 2006 Washington D.C.

Es könnte sein, dass „die Kreuzzüge der Vergangenheit heute mehr Verwüstung anrichten, als sie es in den drei Jahrhunderten, als die meisten von ihnen geführt wurden, getan haben“. Das ist die These eines Mannes, der sich in der Geschichte der Kreuzzüge auskennt.
Robert Spencer ist Autor des Buches „Politically Incorrect Guide to Islam (and the Crusades)“ („Politisch nicht-korrekter Führer zum Islam [und zu den Kreuzzügen]“). Darin betont Spencer, dass es bei jenem Kreuzzug, der gegenwärtig geführt werde, nicht um den Verlust von Menschenleben noch um die Verwüstung von materiellem Eigentum handle, sondern um eine viel subtilere Form der Zerstörung.

Im Gespräch mit ZENIT erklärte der Fachmann, warum irrige Vorstellungen über die Kreuzzüge von Extremisten dafür genutzt werden, Feindseligkeit gegen die westliche Welt zu schüren.

Die Kreuzzüge werden oft als ein militärischer Angriffsschlag dargestellt. Waren sie das?

Spencer: Nein. Papst Urban II., der auf dem Konzil von Clermont im Jahr 1095 zum ersten Kreuzzug aufrief, hat dies aus Gründen einer längst fälligen Verteidigung getan.

In seinem Aufruf erklärte er, dass er deshalb zum Kreuzzug aufrufe, weil „die Angriffe auf die Christen“,die „Gottgläubigen“, durch die Türken und andere muslimische Streitkräfte ohne Verteidigung noch viel größere Ausmaße annehmen würden.

„Denn die Gläubigen wurden, wie die meisten von euch bereits gehört haben, von Türken und Arabern angegriffen und das Territorium der ‚Romania’ (des hellenistischen, also griechischen Imperiums), das im Westen bis zur Mittelmeerküste und dem Hellespont (Dardanellen), der der Arm St. Georgs genannt wird, reichte, wurde erobert.“

In dem Aufruf Papst Urbans II. heißt es des Weiteren wörtlich: „Sie haben immer mehr Länder der dortigen Christen besetzt und diese in sieben Kriegen besiegt. Sie haben viele von ihnen getötet und gefangen genommen, die Kirchen zerstört und das Kaiserreich (von Byzanz) verwüstet. Wenn man sie das weiter ungestraft tun lässt, werden die Gläubigen in einem noch weit größeren Ausmaß von ihnen angegriffen werden.“

Was der Heilige Vater damals gesagt hat, stimmte. Im Verlaufe des Dschihad, des „Heiligen Krieges“, sind vom siebten Jahrhundert an bis zur Zeit Papst Urbans über die Hälfte der christlich besiedelten Gebiete erobert und islamisiert worden. Bis zu den Kreuzzügen hatte die europäische Christenheit auf diese Provokationen nicht reagiert.

Was sind die am weitest verbreiteten Irrtümer über die Kreuzzüge?
Spencer: Eines der häufigsten Missverständnisse ist die Vorstellung, die Kreuzzüge seien ein unprovozierter Angriff von Seiten Europas gegen die islamische Welt gewesen.

In Wirklichkeit stand die Eroberung Jerusalems durch die Muslime im Jahr 638 am Anfang jahrhundertelanger Angriffe von Seiten des Islam, und die Christen im Heiligen Land sahen sich einer Spirale der Verfolgung ausgesetzt, die zu eskalieren drohte.

Zu Beginn des achten Jahrhunderts wurden zum Beispiel 60 christliche Pilger, die von Amorion, einer byzantinischen Stadt im Zentrum Anatoliens, kamen, gekreuzigt. Um dieselbe Zeit ließ der muslimische Kommandant von Caesarea eine Gruppe von Pilgern aus Ikonium (antiker Name für Konya, einer Stadt in Inneranatolien) gefangen nehmen und alle – bis auf eine kleine Zahl, die zum Islam konvertierten – als Spione hinrichten.

Die Muslime verlangten von den Pilgern auch Geld – unter der Drohung, die Auferstehungskirche zu plündern, falls sie nicht zahlten.

Im späteren Verlauf des achten Jahrhunderts ließ ein muslimischer Herrscher in Jerusalem das Symbol des Kreuzes in der Öffentlichkeit verbieten. Er ließ auch die Steuern für Nicht-Muslime erhöhen, die „jizya“, die die Christen zu zahlen hatten, und verbot ihnen, ihre eigenen Kinder und ihre Mitchristen im Glauben zu unterweisen.

Zu Beginn des neunten Jahrhunderts wurden die Verfolgungen so grausam, dass eine große Zahl von Christen nach Konstantinopel und in andere christliche Städten floh. Im Jahr 937 wüteten Muslime am Palmsonntag in Jerusalem und plünderten und zerstörten die Kirche auf dem Kalvarienberg sowie die Auferstehungskirche.

Im Jahr 1004 ordnete der Fatimidenkalif (als „Fatimiden“ wird die von Fatima, der jüngsten Tochter Mohammeds, abstammende mohammedanische Dynastie bezeichnet, Anm. d. Red) Abu ‚Ali al-Mansur al-Hakim, die Zerstörung von Kirchen, das Verbrennen von Kreuzen und die Aneignung von Kirchenbesitz an. In den darauf folgenden zehn Jahren wurden 30.000 Kirchen zerstört, und unzählige Christen traten zum Islam über, um ihr Leben zu retten.

Im Jahr 1009 ließ al-Hakim die Grabeskirche in Jerusalem zusammen mit mehreren anderen Kirchen, darunter die Auferstehungskirche, zerstören. Im Jahr 1056 vertrieben die Muslime 300 Christen aus Jerusalem und verbaten europäischen Christen, die wieder aufgebaute Grabeskirche zu betreten.

Als die seldschukischen Türken im Jahr 1077 Jerusalem einnahmen, versprach der Seldschuke Emir Atsiz bin Uwaq, die Einwohner zu verschonen. Sobald jedoch seine Männer die Stadt betreten hatten, ermordeten sie rund 3.000 Menschen.

Ein weiterer sehr geläufiger historischer Irrtum besteht in der Meinung, dass die Kreuzzüge mit dem Ziel geführt wurden, Muslime gewaltsam zum Christentum zu bekehren. Entgegen dieser Behauptung ist das Fehlen jeglichen Aufrufs Papst Urbans II. an die Kreuzfahrer, die Muslime zu bekehren, eklatant. In keinem der Berichte über Papst Urbans Erklärung auf dem Konzil von Clermont findet sich irgendeine derartige Aufforderung.

Erst im 13. Jahrhundert – über 100 Jahre nach dem ersten Kreuzzug – kam es dazu, dass europäische Christen einen koordinierten Versuch unternahmen, Muslime zum Christentum zu bekehren. Das geschah, als die Franziskaner in jenen Gebieten, die von den Kreuzfahrern besetzt worden waren, mit der Mission unter Muslimen begannen. Allerdings blieb dieser Versuch weitgehend erfolglos.

Dazu kommt noch ein weiterer Irrtum über die Kreuzzüge. Er betrifft die blutige Plünderung Jerusalems durch die Kreuzfahrer im Jahr 1099.

Die Eroberung Jerusalems wird oft als einzigartiges Ereignis in der Geschichte des Mittelalters dargestellt und als Ursache für das Misstrauen der Muslime gegenüber der westlichen Welt. Richtiger müsste es heißen: Sie war der Beginn einer jahrtausendelangen Verbreitung antiwestlicher Ressentiments und antiwestlicher Propaganda.

Die Plünderung Jerusalems durch die Kreuzfahrer war zwar ohne Zweifel ein abscheuliches Verbrechen – besonders im Licht der religiösen und moralischen Prinzipien, auf die sie sich beriefen. Jedoch war sie nach den militärischen Standards der damaligen Zeit nichts Außergewöhnliches.

In jener Zeit war es ein allgemein anerkannter Grundsatz der Kriegsführung, dass eine belagerte Stadt, wenn sie gegen die Eroberung Widerstand leistete, geplündert werden durfte. Leistete sie keinen Widerstand, pflegte man sie zu verschonen. Es ist historisch belegt, dass muslimische Armeen sich häufig genauso verhalten haben, wenn sie in eine eroberte Stadt einzogen.

Zwar soll hier nicht das Verhalten der Kreuzfahrer entschuldigt werden, indem auf ähnliches Handeln auf anderer Seite hingewiesen wird – eine Greueltat rechtfertigt nicht eine andere –, es zeigt aber, dass das Verhalten der Kreuzfahrer in Jerusalem dem anderer Armeen der Periode entsprochen hat, und zwar aufgrund derselben Einstellung zu Belagerung und Widerstand, die die verschiedenen Städte besaßen.

Im Jahr 1148 schreckte der muselmanische Kommandeur Nur ed-Din nicht davor zurück, alle Christen in Aleppo (Stadt in Nordwest-Syrien) töten zu lassen. Als im Jahr 1268 die Dschihad-Streitkräfte des Mamelukken-Sultans Baybars Antiochien den Kreuzfahrern weggenommen hatten, war Baybars verärgert, als er feststellen musste, dass der Kommandeur der Kreuzfahrer die Stadt bereits verlassen hatte. Er schrieb deshalb einen Brief an ihn, welcher erhalten geblieben ist und in dem er mit seinen Massakern an den Christen prahlte.

Am berüchtigtsten ist wohl der Einmarsch der Dschihad-Krieger in Konstantinopel am 29. Mai 1453, als diese, wie der Historiker Steven Runciman schreibt, „alle, die sie auf der Straße antrafen, unterschiedslos erschlugen – Männer, Frauen und Kinder“.

Und schließlich gehört zu den Irrtümern über die Kreuzzüge auch die Behauptung, Papst Johannes Paul II. habe sich für die Kreuzzüge entschuldigt. Das hat er nicht getan.

Zweifellos ist die Ansicht, Papst Johannes Paul II. habe sich für die Kreuzzüge entschuldigt, weit verbreitet. Als er starb, ‚erinnerte’ die „Washington Post“ ihre Leser daran, dass „Papst Johannes Paul II. sich in seiner langen Amtszeit bei den Muslimen für die Kreuzzüge, bei den Juden für den Antisemitismus, bei den orthodoxen Christen für die Plünderung Konstantinopels, bei den Italienern für die Beziehungen zur Mafia und zu jenen Wissenschaftlern, die die Verfolgung Galileos betrieben hatten, entschuldigt hat“.

Aber Johannes Paul II. entschuldigte sich nie wirklich für die Kreuzzüge. Was einer solchen Entschuldigung am nächsten kam, war das, was er in seiner Predigt am „Tag der Vergebung“ am 12. März 2000 sagte: „Wir müssen einfach die Treulosigkeiten gegenüber dem Evangelium, die von einigen unserer Brüder im Glauben besonders im zweiten Jahrtausend begangen worden sind, zur Kenntnis nehmen. Lasst uns um Vergebung bitten für die Spaltungen unter den Christen, für die Gewalt, die einige bei ihrem Dienst an der Wahrheit angewendet haben, und für die misstrauische und feindselige Haltung, die bisweilen gegen die Anhänger anderer Religionen eingenommen wurde.“

Dies kann man kaum eine eindeutige Entschuldigung für die Kreuzzüge nennen.
Wie haben die Muslime damals und heute die Kreuzzüge wahrgenommen?

Spencer: Jahrhundertelang, als das Osmanische Reich blühte, waren die Kreuzzüge nicht die vorrangige Sorge der islamischen Welt. Vom westlichen Standpunkt aus betrachtet waren sie einfach ein Misserfolg. Mit dem Verfall der militärischen Macht und der Einheit der islamischen Welt und dem damit zusammenfallenden Aufstieg des Westens wurden sie jedoch zum Brennpunkt muslimischer Ressentiments gegenüber dem, was sie als Übergriff und Ausbeutung empfanden.

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Katholisch ist Wahrheit empfiehlt als ausführliche Literatur zu diesem Thema folgendes Buch:

Rodney Stark-

Gottes Krieger: Die Kreuzzüge in neuem Licht